Einleitung
Bitvavo und Finst sind beide niederländisch, beide AFM-lizenziert und beide auf Privatanleger ausgerichtet, die in Euro kaufen. Bitvavo ist größer, Finst ist günstiger und einfacher. Stand: August 2026.
Für wen ist welche?
| Thema | Besser | Warum |
|---|---|---|
| Kosten | Finst | Ein flacher Tarif von 0,15% für Maker und Taker gegenüber 0,15% / 0,25%. |
| Spread | Kommt darauf an | Nur Bitvavo gemessen (~0,11% auf USDC). Von Finst haben wir keine Messung. |
| Sicherheit und Aufsicht | Bitvavo | Beide AFM-lizenziert und ohne Eintrag, aber Finst veröffentlicht keine Proof of Reserves. |
| Produkte | Bitvavo | Mehr Coins und Margin bis 5x; Finst hält die Liste bewusst kurz. |
| Rendite auf Sicherheiten | Keine von beiden | Bei beiden ist Staking eine eigene Entscheidung neben dem Handel. |
| Bedienbarkeit | Bitvavo | Pro-Modus, TradingView und seit April 2026 eine FIX-API. Finst hat drei Ordertypen und keine API, dafür aber Telefon. |
Finst für alle, die einen flachen Tarif ohne Überraschungen wollen und mit den großen Coins auskommen. Bitvavo für alle, die mehr Auswahl wollen oder Wert auf eine veröffentlichte Reserve-Attestierung legen.
Direkter Vergleich
| Bitvavo | Finst | |
|---|---|---|
| Lizenzen | MiCA (AFM Niederlande) | MiCA (AFM Niederlande, 24.07.2025) |
| Rechtsträger | Bitvavo B.V. (NL) | Finst (DVAM B.V.), Niederlande |
| Besteht seit | 2018 | 2022 |
| Spot-Fees (Einstieg, Maker/Taker) | 0,15% / 0,25% (EUR-Paare) | Flach 0,15% Maker und Taker |
| Perpetuals | Nein | Nein |
| Währungen | EUR und USD | Nur EUR-Paare |
| Kapitaleffizienz | Staking, getrennt vom Handel | Staking, getrennt vom Handel |
| Proof of Reserves | Quartalsweise | Nicht veröffentlicht |
| Hack- und Verlusthistorie | Genesis-Exposure von 280 Mio. € 2022, Kunden vollständig entschädigt | Keine |
| Aufsichtshistorie | Keine Aufsichtsmaßnahmen | Keine Aufsichtsmaßnahmen |
| Exchange-Score | 6,0 / 10 | 5,9 / 10 |
Wie die Scores entstehen
Bitvavo erreicht 6,0 / 10, Finst erreicht 5,9 / 10. Aufsicht und Sicherheit der Guthaben machen zusammen die Hälfte aus; der Rest verteilt sich auf Produkte, Kosten und Rendite. Die vollständige Gewichtung steht in der Methodik.
Kosten
Bitvavo startet auf EUR-Paaren bei 0,15%/0,25% und sinkt je Volumen-Tier; auf USDC-Paaren kommen rund 0,11 Prozent Spread-Aufschlag obendrauf. Finst verlangt einen flachen Tarif von 0,15 Prozent für Maker und Taker und gibt an, darauf keinen Spread zu legen. Für eine Taker-Order ist Finst also günstiger, für eine Maker-Order gleich, und bei großem Volumen gewinnt Bitvavo.
Spread
Bei Bitvavo haben wir rund 0,11% Spread beim Umtausch in USDC gemessen. Von Finst haben wir keine Spread-Messung. Was das Bild färbt: Finst verlangt einen flachen Tarif von 0,15% für Maker und Taker gleichermaßen, Bitvavo 0,15%/0,25% auf den Euro-Paaren. Bei kleinen Beträgen bestimmt der Spread mehr von deinem Endergebnis als dieser Unterschied. Methode in unserer Spread-Messung.
Sicherheit und Aufsicht
Beide haben eine MiCA-Lizenz der AFM und beide keinen Eintrag bei einer Aufsichtsbehörde. Der Unterschied liegt darin, was sie veröffentlichen: Bitvavo liefert quartalsweise eine Proof-of-Reserves-Attestierung, Finst veröffentlicht keine. Dem steht gegenüber, dass Bitvavo 2022 Exposure gegenüber Genesis hatte, wodurch Kundengelder zeitweise festsaßen; das wurde später vollständig erstattet.
Produkte
Beide nur Spot, beide mit Staking. Bitvavo hat deutlich mehr Coins und bietet zusätzlich Margin bis 5x; Finst hält es bewusst klein.
Rendite auf Sicherheiten
Unentschieden: Bei beiden ist Staking eine eigene Entscheidung neben dem Handel, und bei beiden erzielen Sicherheiten keine Zinsen — was logisch ist, denn keine von beiden bietet Perpetuals. Der Unterschied liegt im Angebot: Bitvavo hat deutlich mehr Coins zum Staken, Finst hält die Liste bewusst kurz. Wer Yield auf Sicherheiten sucht, muss über diese beiden hinausschauen; der Yield-auf-Sicherheiten-Vergleich zeigt, wo das sehr wohl geht.
Bedienbarkeit
Zwei niederländische Anbieter, zwei unterschiedliche Entscheidungen. Bitvavo hat mehr Werkzeug: sechs Sprachen, Pro-Modus mit TradingView, Stop-Limit und OCO, Convert ab 5 €, wiederkehrende Käufe und seit April 2026 eine FIX-API. Finst hält es klein: drei Ordertypen, kein API-Handel für Privatkunden, dafür aber telefonischen niederländischsprachigen Support an Werktagen von 09:00 bis 18:00 und ein Konto, das nach eigenen Angaben in fünf Minuten eröffnet ist. Bitvavo ist täglich von 07:00 bis 23:00 erreichbar, Finst nur an Werktagen.
Häufige Fragen
Sind die flachen 0,15% von Finst wirklich alles?
Finst gibt an, keinen zusätzlichen Spread auf den Tarif zu legen. Wir übernehmen diese Angabe so, wie sie veröffentlicht ist; prüfe bei einer großen Order immer den ausgeführten Tarif.
Warum veröffentlicht Finst keine Proof of Reserves?
Finst tut das schlicht nicht. In unserem Score kostet das Punkte in der Säule Sicherheit, unabhängig vom Grund.
Sind beide gleich gut reguliert?
Beide haben eine MiCA-Lizenz der AFM und dürfen im gesamten EWR Kryptodienste anbieten. Keine der beiden hat MiFID II, also darf keine der beiden Derivate anbieten.