Einleitung
Finst ist niederländisch, arbeitet ausschließlich in Euro und verlangt einen flachen Tarif von 0,15 Prozent ohne zusätzlichen Spread. Backpack startet niedriger, bietet Perpetuals und echte Aktien und hat eine MiFID-II-Lizenz. Stand: August 2026.
Direkter Vergleich
| Finst | Backpack | |
|---|---|---|
| Lizenzen | MiCA (AFM Niederlande, 24.07.2025) | MiCA (Latvijas Banka) + MiFID II (CySEC 273/15) |
| Rechtsträger | Finst (DVAM B.V.), Niederlande | Trek Technologies SIA (LV) · Trek Labs Europe Ltd (CY) |
| Besteht seit | 2022 | 2023 |
| Spot-Fees (Einstieg, Maker/Taker) | Flach 0,15% Maker und Taker | 0,08% / 0,10% |
| Perpetuals | Nein | Ja — 0,02% / 0,05% Einstiegsstufe |
| Währungen | Nur EUR-Paare | Nur USD-Paare |
| Kapitaleffizienz | Staking, getrennt vom Handel | Sicherheiten erzielen Zinsen, während sie als Margin dienen (Auto-Lend) |
| Proof of Reserves | Nicht veröffentlicht | Täglich |
| Hack- und Verlusthistorie | Keine | Keine |
| Aufsichtshistorie | Keine Aufsichtsmaßnahmen | Keine Aufsichtsmaßnahmen |
| Exchange-Score | 6,0 / 10 | 9,0 / 10 |
Kosten
Finst verlangt einen flachen Tarif von 0,15 Prozent für Maker und Taker und gibt an, darauf keinen zusätzlichen Spread zu legen. Das ist fair und leicht zu verstehen. Backpack startet bei 0,08%/0,10% und sinkt mit Volumen weiter. Für eine Maker-Order ist Finst also teurer, für eine Taker-Order deutlich teurer. Dem steht gegenüber, dass Backpack in Dollar notiert, was einen Umrechnungsschritt hinzufügt, den du mitrechnen musst.
Sicherheit und Aufsicht
Beide sind EU-lizenziert und beide ohne Eintrag bei einer Aufsichtsbehörde. Der Unterschied liegt in der Tiefe: Finst hat nur MiCA, Backpack hat MiFID II dazu und darf deshalb Derivate anbieten. Der schärfste Unterschied sind die Proof of Reserves — Backpack veröffentlicht sie täglich, Finst veröffentlicht sie nicht. Das drückt den Score von Finst in der Sicherheits-Säule.
Produkte
Finst macht Spot und Staking, mehr nicht. Backpack macht Spot, Perpetuals und echte Aktien. Wenn du nur Bitcoin und Ether kaufst und hältst, gibt es diesen Unterschied nicht. Es gibt einen Unterschied, der in keiner Fee-Tabelle auftaucht und bei größeren Positionen stärker durchschlägt als der Tarif: was deine Sicherheiten tun, während sie Sicherheiten sind. Bei Backpack erzielt eingezahltes Kapital über Auto-Lend weiter Zinsen, während es gleichzeitig als Margin für deine Positionen dient — es zählt also doppelt. Bei den meisten anderen Börsen liegen Sicherheiten ungenutzt: Sie decken deine Position und verdienen nichts. Eine Einschränkung gehört dazu: Verliehene Sicherheiten kannst du nur abziehen, solange die Auslastung des Verleihpools das zulässt. Rechne es nach mit dem Yield-auf-Sicherheiten-Vergleich.
Wie die Scores entstehen
Finst erreicht 6,0 und Backpack 9,0. Der Score ist die gewichtete Summe aus fünf Säulen: Regulierung und Aufsicht (25%), Sicherheit der Guthaben (25%), Produktangebot (20%), Kosten (20%) und Yield (10%). Der vollständige Aufbau steht in der Methodik.
Für wen ist welche?
Finst, wenn du in Euro kaufst, Einfachheit willst und einen flachen Tarif ohne Überraschungen. Backpack, wenn du auf Kosten achtest, Proof of Reserves wichtig findest oder mehr als Spot brauchst.
Häufige Fragen
Sind die flachen 0,15% von Finst wirklich alles?
Finst gibt an, keinen zusätzlichen Spread auf den Tarif zu legen, und ist einer der wenigen Anbieter, die das so formulieren. Wir übernehmen diese Angabe so, wie sie veröffentlicht ist; prüfe bei einer großen Order immer den ausgeführten Tarif.
Warum schneidet Finst schlechter ab, obwohl es keinen Eintrag gibt?
Der Score betrachtet fünf Säulen. Finst ist bei der Aufsicht sauber, veröffentlicht aber keine Proof of Reserves und bietet nur Spot. Das kostet Punkte bei Sicherheit und Produkten.
Welche ist besser für Einsteiger?
Finst ist einfacher: Euro rein, ein Tarif, keine Umrechnung. Backpack verlangt einen zusätzlichen Schritt, ist aber günstiger und bietet mehr.
Was bedeutet 'Sicherheiten, die doppelt arbeiten'?
Bei einem Unified-Cross-Margin-Konto mit Auto-Lend erzielt dein eingezahltes Kapital im Verleihpool weiter Zinsen, während es gleichzeitig als Margin für deine offenen Positionen zählt. Du verdienst also Zinsen und handelst mit demselben Geld. Der Vorbehalt: Abheben geht nur, solange die Auslastung dieses Verleihpools das zulässt.